Bereits zur Zeit der Vorsitzenden Sylvia Fuß wurde überlegt, den Garten 76 im Sonnenweg, der nicht verpachtet werden konnte und der völlig verwildert war, von Waldesgrün zu einem Biotop umzugestalten. Gartennachbarn waren über die Verwilderung des Gartens sehr unglücklich. Um die Beschwerden abzumildern wurde entschieden den Garten für die Bienen herzurichten.

 

Zunächst musste er (der Garten) erstmal von wildem Bewuchs leergeräumt werden. Vom Vorstand wurde uns ein Container zur Verfügung gestellt, auf den wir den ganzen Abfall laden konnten. Es war auch ein altes Gartenhaus abzureißen, das auch auf dem Container entsorgt werden musste.

 

Am Samstag, den 1. August 2009 fand in der Gartenkolonie Waldesgrün das große „Aufräumen“ statt. Viele Gartenfreunde aus dem Sonnenweg hatten sich eingefunden, um den brachliegenden Garten Sonnenweg 76 in Gemeinschaftsarbeit „aufzuräumen“. Unter der Leitung unseres damaligen Wegewartes Klaus Wolf hatten sich mehrere Gartenfreunde und Gartenfreundinnen eingefunden, um diese Aufgabe bei hochsommerlichen Temperaturen gemeinsam zu übernehmen. Alle waren hoch motiviert und gingen emsig ans Werk. Gegen Mittag war das Werk vollbracht. Der auf dem Lenzbergwerk stehende Container war dann auch gegen Mittag voll beladen bis zum Rand. In den vorangegangenen Wochentagen hatten viele Gartenfreunde ehrenamtlich mitgeholfen, alte Bäume und Buschwerk zu roden. Diese Arbeit war zwar schweißtreibend, hat sich aber dann im Ergebnis doch gelohnt, denn der Garten Sonnenweg 76 hat jetzt wieder eine Struktur und kann neu angelegt und gestaltet werden. Die Aktion der gerodeten Apfelbäume stieß nicht bei allen Pächtern auf Zustimmung. Doch unsere damalige Vorsitzende Sylvia Fuß beruhigte alle und kündigte an, dass für die der Baumsäge zum Opfer gefallenen alten Bäume neue gepflanzt werden sollen.

 

 

Von der Idee bis zur Entstehung

 

Im Sonnenweg 83 hatte mein Sohn Roman zwei Bienenkästen aufgestellt. Es war ein Versuch, ob die Bienen in der Gartenkolonie zu halten sind. Durch den langen Winter 2012/2013 waren zwei Drittel der Bienen eingegangen. Gerade war das Hochwasser vom Juni 2013 verschwunden; es hat-te ganz knapp vor den Fluglöchern der Kästen Halt gemacht. Da tauchten Fragen auf, wie man die Bienen vor Winterfrösten und weiterem Hochwasser schützen könnte. Gleichzeitig wäre es für unsere Kolonie im Ganzen sicher ein Gewinn, wenn die Obstbäume, Gemüsepflanzen und Blumen von den Bienen besucht und bestäubt würden.

 

So war im unter bienenfachlicher Beratung die Idee für ein festes Bienenhaus geboren worden! Der Vorstand von Waldesgrün gab sein Einverständnis dafür: Im Garten, Sonnenweg 76, sollte es stehen. Wir hatten den Weg dafür schon bereitet. Mit den beiden Architekten Prof. Jürgen Lecour und Ulrich Gerlach machten wir drei Freunde uns bald ans Werk. Wir transportierten das Baumaterial in den Garten. Der Garten Sonnenweg 76 verfügte damals nicht über Strom. Damit der Imker jederzeit seine Waben ausreichend kontrollieren kann, entstand die Idee, Fenster einzubauen. Unser Gartenfreund Georg Seidel war dabei unser Informant, der uns mitteilte, wo in der Südstadt ausgebaute Fensterscheiben auf der Straße standen. Die auf diese Weise auch ergatterte Glastür wurde uns ärgerlicherweise aus dem Garten entwendet, so dass wir eine neue kaufen mussten. 

 

Die dunkle Jahreszeit ließ uns manchmal nur drei oder vier Stunden Zeit am Tag zum Arbeiten. Davon ließen wir uns jedoch nicht entmutigen. Es wurde wochentags bei jedem Wetter gebaut. 

 

Anfang März 2014 hatten wir das Bienenhaus endlich fertiggestellt. Das gesamte Haus ist etwas erhöht gebaut, um die Bienen vor Hochwasser zu schützen. So erreicht der Imker die Völker über eine Treppe an der Hausvorderseite. Die sechs Fluglöcher befinden sich nach Süden ausgerichtet an der Rückseite des Hauses (vom Weg ausgesehen).

Mitte März 2014 zogen die ersten Bienenvölker ein. Das Haus hat Platz für sechs Bienenvölker, die wir auch 2018 im Haus haben. Die Jahre nach 2014 waren unterschiedlich mal mehr, mal weniger Honig. Gäste, die sich für die Arbeit des Imkers interessierten sind uns immer willkommen. 2015 haben uns Kinder von Gartenfreunden bei der Honiggewinnung geholfen.

Wir hatten auch bis 2017 „am Tag der offenen Pforte“ teilgenommen. Leider waren die Wasserschäden 2017 so hoch, dass wir 2018 eine Öffnung unseres Bienengartens für interessierte Bürger nicht wagten (eine Anmeldung für diese Veranstaltung muss im Februar des gleichen Jahres erfolgen). 2016 hatten wir eine Veranstaltung „Von Frau und Kultur“, die sich über Bienenhaltung informiert haben. Dieses Jahr hatten wir Kinder aus Laatzen am 31. Juli, die im Rahmen einer Ferienmaßnahme unseren Bienengarten besichtigten.

 

Durch den schönen Sommer haben wir dieses Jahr insgesamt 115 kg Honig geerntet. Das sind 40kg im Frühjahr und 75kg im Sommer.

 

 

 

Es ist nicht ganz einfach die Bienen zu halten. Andere Insekten, wie Wespen oder Hornissen machen das Leben der Bienen schwer. Die Wespen wollen an den süßen Honig, die Hornissen ernähren sich direkt von den Bienen. Allerdings leben diese auch von Wespen. Mäuse gehen zu gerne in die Beuten, um sich von dem Honig zu ernähren. Ein weiterer Feind der Bienen ist die Varroamilbe, die die Brut schädigt. Und die vielen Gifte, die von einigen Gartenfreunden zur Schädlingsbekämpfung noch immer eingesetzt werden.

Eine Bienenhaltung in der Kolonie ist nach meiner Meinung und nach der des Vorstandes für den Imker alleine sehr arbeitsintensiv. Ich habe daher vom Kolonievorstand einen an der Bienenarbeit interessierten Gartenfreund zur Hilfe zur Verfügung gestellt bekommen. 

 

Eine besondere Unterstützung habe ich von Christine Maiwald bekommen, sie hat für die Honig-Gläser Bienen gezeichnet, die ich zu Etiketten verarbeitet habe. Ich finde es sehr schön, wenn Gartenfreunde sich an der Arbeit beteiligen. Man kann sie im Sonnenweg 83 erwerben. Die Einnahmen dienen dem Verein der Kolonie Waldesgrün als Kostendeckungsbeitrag für den Betrieb und Erhalt des Bienenhauses.

 

 

 

Michael Remé